Samstag bis Dienstag

Für dieses Wochenende war vorausgesagt, dass Taifun Talim über Japan hinwegfegen sollte, was bei Mido und mir zunächst einmal für ein wenig Verunsicherung sorgte.

Da ein Taifun immerhin das gleiche ist wie ein Hurrikan (wobei Talim der kleinsten Stufe 1 angehört), verbrachten wir – auch im Hinblick auf die Geschehnisse in den USA – ein wenig Zeit mit der Recherche über die möglichen Gefahren. Wir kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass es schon nicht so schlimm werden würde, Häuser in Japan ja immerhin erdbebensicher gebaut sind und es außerdem nicht klar war, wie genau der weitere Weg des Sturmes aussehen würde.

Am Samstag war von der Voraussage noch überhaupt nichts zu spüren, sodass wir einen netten Tag in der Stadt (u.a. im Asian Art Museum und im Kaufhaus Canal City, wo wir leckerstes Ramen gegessen haben) verbrachten.

Ramen-Chef Midori
Im Restaurant
Vor dem Canal-City Kaufhaus

Mittlerweile ist es Sonntagabend und die einzigen Auswirkungen die wir mitbekommen haben, waren vereinzelte Sturmböen und teilweise starker Dauerregen von etwa 12 Uhr nachts bis 2 Uhr am Nachmittag. Das Zentrum des Taifuns erreichte Japan Sonntagmorgen an der Südspitze Kyūshūs und wandert derzeit weiter über die Insel Shikoku in Richtung Hauptinsel Honshū bis nach Hokkaidō. Wir befinden uns im Norden Kyūshūs. Zwischenzeitlich ließ sich sogar die Sonne kurz blicken.

Uns geht es also gut! Die nächsten beiden Tage dürften etwas ereignisärmer werden, da wir von Montagabend bis Dienstagabend unterwegs sind, um mit dem Fernbus Tokyo zu erreichen.

Strandtag, Versuch Nr. 2

Am Donnerstag wollten wir auf das Zugfahren verzichten und uns eine der Inseln von Fukuoka ansehen. Nokonoshima lässt sich mit einer zehnminütigen Überfahrt vom Festland aus erreichen. Auch dieses Mal wollten wir uns gemütlich an einen Strand legen, den wir auf dem Gelände des am nördlichsten Teil der Insel gelegenen Parks vermuteten.

Nokonoshima Island

Der Park hatte einiges zu bieten. Viele Blumen (Sonnenblumen zum Selberpflücken), Nokonoko-Ball (einen Mix aus Crocket und Golf), eine Seilbahnrutsche, Schaukeln, ein paar Tierchen, einen Spielplatz,… ABER: keinen Strand.

Blumenmeer
Eine Ameise krabbelt auf ihrem zu Hause
Sonnengeschützte Heilige mit Blumen

Also schauten wir uns den Park ein wenig an und fanden ein nettes Udonrestaurant. Udon-Nudeln hatten wir auf der Reise noch nicht gegessen und so konnte zumindest ein weiteres Gericht auf meiner Japanliste abgehakt werden.

Udon mit frittierter Bohnenpaste

Nachdem wir den Park verlassen hatten, wollten wir endlich zum Strand. Leider verschlechterte sich das Wetter und auch eine ältere Dame, der wir auf dem Rückweg begegneten, bedeutete uns mit Hand und Fuß, dass wir uns besser beeilen sollten.

Ausblick auf dem Rückweg

Nachdem wir uns zwischendurch sogar etwas unterstellen mussten, erreichten wir tatsächlich einen Strand. Leider entschied sich die Sonne nicht, noch einmal hervorzukommen, sodass wir unseren Weg fortsetzten und die nächste Fähre zurück nach Fukuoka nahmen.

Erneut kein Strandglück

Ein Tag am Strand

Eigentlich wollten wir den Sonntag gemütlich am Strand verbringen. Der Weg dort hin war dann leider doch komplizierter als gedacht.

Im Internet informierten wir uns über die Strände in der Nähe von Fukuoka, die alle mehr oder weniger weit von der Stadt entfernt liegen. Schließlich entschieden wir uns für den Strand, der auf einer Landzunge im Norden Fukuokas liegt.

Wir stiegen an einer Haltestelle aus, wo wir vermuteten, dass der Strand beginnt und wurden diesbezüglich auch nicht enttäuscht. Ein Strand war da – nur ziemlich menschenverlassen und ziemlich vermüllt. Und dass, obwohl selbst die japanischen Großstädte unglaublich sauber sind.

Weg zum Strand

 

Da dieser Teil des Strandes dennoch ziemlich schön ist, entschieden wir uns, erst einmal ein Stück an diesem weiter zu spazieren.  Nach 30 Minuten des Gehens sahen wir, dass einige Gleitschirmflieger sich von einer etwa 20 Meter hohen Klippe stürzten, um danach gemütlich im Wind zu „sitzen“.

Paraglider

Nach etwa einer weiteren halben Stunde des Gehens wurde es uns zu heiß bei 30 Grad, da es am Strand keinen Schatten gab. Einen weiteren Strand sollte es noch Richtung der Stadt geben, die am Ende der Landzunge liegt. Nur waren es bis dorthin noch gut vier Kilometer – wie also dort hinkommen? Zunächst verließen wir den Strand, um festzustellen, dass hinter diesem direkt eine Bahnlinie (leider ohne weiteren Halt) und ein große Straße verläuft. Nachdem eine Möglichkeit gefunden wurde, diese zu passieren, fanden wir eine Bushaltestelle und nahmen letztendlich Bus in Richtung Otake.

Nach einem kleinen Imbiss in einem Café also der Strandversuch Nr. 2. Der Weg zum Strand war, laut unserer Karten-App auf dem Handy, ziemlich einfach zu finden. Nur leider wusste die liebe App nicht, dass sich auf dem Weg zwischen Straße und Strand ein privater Golfplatz befand, den wir kurzerhand einfach passierten. So kamen wir schließlich, 3 Stunden nach unserer Ankunft am ersten Strand, an einem saubereren, aber ebenso menschenleeren Strand an.

Ein Strand!

Dort konnten wir endlich einfach mal ein wenig ausspannen und die Seele baumeln lassen. Wir blieben bis zum Sonnenuntergang und kehrten dann, erneut über den Golfplatz, Heim.

Sonnenuntergang

Auf nach Kyushu!

Wir sind erfolgreich in Fukuoka (Kyushu) angekommen! Der Nachtbus war nicht besonders bequem oder unbequem, sodass wir nach 9,5 Stunden Fahrt leicht zerknautscht am gestrigen Samstagmorgen dort ankamen.

Nachtbus

Die Zeit bis zum Check-In im Airbnb überbrückten wir in einem Café in der Nähe der Bushaltestelle. Den Mittag verbrachten wir in unserer Unterkunft (leider etwas kleiner, aber immer noch gemütlich), da wir von der Fahrt doch kaputter waren, als gedacht.

Frühstück im Café

Am Nachmittag waren wir schließlich fit genug für eine kleine Erkundungstour. Auch Fukuoka ist mit 1,5 Millionen Einwohnern keine kleine Stadt. Unsere Unterkunft ist jedoch sehr zentral gelegen und nach 15 Minuten erreichten wir schon ein größeres Einkaufszentrum. Dort bemerkten wir, dass der September der „Fukuoka Music Month“ ist und an diesem Wochenende ein Jazzfestival auf vielen in der Stadt verteilten Bühnen stattfindet. Wir schlenderten von Bühne zu Bühne, lernten so die Stadt etwas besser kennen und bekamen nebenbei noch gute Musik geboten.

Jazz im Einkaufscenter (leider nur Handyfotos für den heutigen Tag)